Königsdisziplin Fliegenfischen

Das Fliegenfischen ist die Königsdisziplin unter allen Arten der Fischerei. Diese unterscheidet sich gegenüber den anderen Angelarten, dass als Köder meist eine Kunstfliege benutzt wird. Zum Werfen ist ist sie zu leicht, deshalb wird eine besondere Schnur verwendet, die als Wurfgewicht dient. Die Kunstfliege ist eine Imitation der natürlichen Nahrung. Sie werden aus verschiedenen Materialien wie Fell, Vogelfedern, Kunststoff und natürlich einen Haken gefertigt.

Das Fliegenfischen basiert nicht auf dem Wurfprinzip anderer Angeltechniken: Statt ein Bleigewicht mit Vorfach zu beschleunigen (wie beim Grundangeln) oder das Eigengewicht eines Blinkers zu nutzen (wie beim Spinnfischen), wird hier nur das Gewicht der Schnur genutzt, um die Trocken-, Nassfliegen, Nymphen oder Streamer zum Ziel zu befördern.

Der Rutenarm ist zu Beginn angewinkelt und die Rutenspitze zeigt zur Wasseroberfläche. Dann wird die Rutenspitze in einer fließenden Bewegung angehoben und zur Blickrichtung vorwärts und rückwärts bewegt. Dabei ist wichtig, dass das Handgelenk – wenn überhaupt – nicht vor dem Stopp geöffnet wird. Verglichen mit einem Zifferblatt wird der Rückwurf bei ca. 1h gestoppt und der abschließende Vorwurf zwischen 10 und 11 h. Danach wird die Rute langsam auf 9 Uhr abgesenkt. Dabei ist es unbedingt erforderlich, ausreichend Widerstand zu geben, damit sich die Schnur komplett ausrollen und die Fliege somit zielgerecht platziert werden kann.

Um größere Distanzen zu erreichen, wird zusätzliche Schnur im Schnurkorb oder in großen Schlaufen in der Schnurhand bereitgehalten. Dann wird die Schnur in der Luft verlängert, bis die Rute gut geladen ist, um dann nach dem Stopp beim abschließenden Vorwurf die Schlaufen in der Schnurhand freizugeben. Durch die beschleunigte Masse der Schnur, werden diese zusätzlichen Meter Schnur aus der Hand gerissen, wodurch der Wurf deutlich verlängert werden kann. Dadurch können mit herkömmlichen Gerät Wurfweiten bis 30 m erreicht werden. Profis und Castingsportler erreichen noch deutlich größere Weiten.

Natürlich gibt es noch weitere erlernbare Techniken, um bestimmten örtlichen Wurfhindernissen entgegenwirken zu können oder einfach, um die Ästhetik eines kunstvollen Wurfes genießen zu können. In Europa, das als Mutterland der Fliegenfischerei und des modernen Werfens gilt, wird primär zwischen dem Altenglischen Stil, dem Gebetsroither Wurfstil, der TLT-Technik und dem Unterhand-Wurfstil unterschieden. Diverse andere Varianten gelten als Ableger davon.

Arten des Fliegenfischens

Trockenfliegenfischen

Trockenfliegenfischen wird von vielen Anglern als das klassische Fliegenfischen angesehen. Dabei werden künstliche Fliegen verwendet, welche auf der Wasseroberfläche treiben. Dies wird durch Fetten der Fliege und/oder die Verwendung schwimmenden Materials (z. B. Rehhaar) erreicht.

Durch Trockenfliegen werden in aller Regel erwachsene (Wasser-)Insekten imitiert, entweder solche, die sich zur Eiablage auf den Oberflächenfilm des Gewässers setzen (Imagos), solche, die gerade aus der Larvenhülle schlüpfen und die Wasseroberfläche durchbrechen (Emerger, von engl. „to emerge“ = auftauchen) oder nach der Eiablage abgestorbene Insekten, die mit ausgebreiteten Flügeln auf der Wasseroberfläche treiben (Spents, von engl. „spent“ = verbraucht). Außerdem fallen unter die Trockenfliegen auch die Nachbildungen von Landinsekten (terrestrials), wie beispielsweise Heuschrecken, Ameisen oder Käfer.

Mit Trockenfliegen können hauptsächlich solche Fische gefangen werden, die nach Anflugnahrung „steigen“, also Insekten von der Wasseroberfläche fressen.

Nassfliegenfischen

Nassfliegenfischen ist die geschichtlich älteste Form des Fliegenfischens. Nassfliegen sind künstliche Fliegen, die nicht schwimmen und somit unter der Wasseroberfläche zum Schlupf aufsteigende Nymphen oder dahintreibende, tote Insekten imitieren.

Nymphenfischen

Nymphenfischen bezeichnet das Fischen mit speziellen Fliegen, die ebenso wie Nassfliegen sinken. Im Gegensatz zu Nassfliegen imitieren Nymphen jedoch die Larvenstadien von Wasserinsekten. Nymphen sind oft mit Bleidraht oder Ähnlichem beschwert, um tiefere Gewässerbereiche befischen zu können. Nassfliegen des klassischen Typs sind unbeschwert, Nymphen jedoch sind in den meisten Fällen mit einer Goldkopf-, Wolframkugel oder einem Bleidraht beschwert. Zu den neueren Entwicklungen im Nymphenfischen gehört das Czech Nymphing (auch kurze Nymphe genannt), bei dieser wird mit drei Fliegen auf einmal gefischt in einer Entfernung von 1 bis 4 m. Diese Technik wird jedoch von vielen Fliegenfischern nicht mehr als Fliegenfischen betrachtet, da hier nicht die Fliegenschnur die Nymphe transportiert (Kernelement des Fliegenfischens ist das Transportieren der Imitate durch das Gewicht der Fliegenschnur), sondern meist die Nymphe das Wurfgewicht darstellt und die Fliegenschnur dadurch ihre eigentliche Bedeutung verliert.

Streamerfischen

Streamerfischen stellt die Grenze zwischen Fliegenfischen und Spinnfischen dar. Streamer sind künstliche Köder, die kleine Fische, Mäuse oder Ähnliches imitieren (Imitationsstreamer) oder aber die Raubfische durch ihre grellen Farben zum Anbiss verleiten sollen (Reizstreamer). „Fliegen“ sind diese Köder nur insofern, als sie aus Fliegenbinder-Materialien hergestellt werden, wie Federn, Haare oder Garn.

Streamerfischen zielt auf Raubfische ab und erfolgt deshalb meist mit schwerem Fliegengerät.

(Quelle: Wikipedia)

 

Fischen an einem der schönsten Fliegengewässer Kärntens bedeutet Erholung pur, inmitten einer einzigartigen Naturkulisse. Eine gelungene Abwechslung zum Alltagsstress der heutigen Zeit. Handys und Tablets sind hier fehl am Platz.